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Tansania

“Wohin geht die Reise? Immer ins Herz.” Schöner Slogan von YOLO Reisen. Doch dass das auf dieser Reise nach Tanzania tatsächlich wahr wird und das Land, die Leute und all die wundervollen Erlebnisse wirklich direkt ins Herz treffen und mich mein Leben lang nicht mehr loslassen werden hätte ich vorher niemals geglaubt. Gänsehaut pur von morgens bis abends, man weiß gar nicht mehr wohin mit all den Emotionen.

Jambo! Jambo Bwana! (Hallo Freunde) – Zu jeder Tages-und Nachtzeit werden wir von den Einheimischen singend und tanzend begrüßt. Diese Herzlichkeit und Lebensfreude steckt sofort an und wir bekommen die Lieder einfach nicht mehr aus dem Kopf bis wir selbst im Schlaf auswendig auf Swahili singen können.

Das erste Abenteuer erwartet uns gleich am ersten Tag. Wir schnüren die Wanderschuhe und erklimmen den Kilimanjaro. Ok, zugegeben nicht ganz. Um den Gipfel zu erklimmen braucht man mehrere Tage. Aber wir erleben auf der Marangu-Route im Kilimanjaro Nationalpark Dschungel-Feeling pur und wandern einige Stunden durch den Regenwald.

Zuerst sind wir ein wenig enttäuscht weil wir aufgrund der vielen Wolken und des Regens den schneebedeckten Gipfel des Kilimanjaros nicht sehen können, jedoch realisieren wir sehr schnell, dass das Ende der Regenzeit uns eine atemberaubend schöne, vielfältige und saftig grüne Landschaft zeigt, die wir vom afrikanischen Tansania so gar nicht erwartet hätten. Alle paar Kilometer ändert sich die Vegetation von üppigem Dschungel über saftig grüne Wiesen und dichten Wäldern bis hin zur trockenen Savanne.

Am nächsten Tag können wir es kaum erwarten endlich die ersten Tiere zu sehen und werden nicht enttäuscht. Im Arusha Nationalpark sehen wir sofort auf einen Schlag Herden von Zebras, Gnus, Antilopen, Warzenschweinen und Pavianen friedlich gemeinsam beieinander. Und dann überquert plötzlich die erste Giraffe direkt vor unserem Jeep die Straße. Die Zeit scheint kurz still zu stehen und wir schauen uns um. Die Giraffe ist nicht alleine, es sind weit mehr als 20 Giraffen ganz nah, die uns neugierig anschauen. Wir genießen die Ruhe und beobachten die Giraffen eine ganze Zeit lang.

Doch das war nur die Vorspeise. Was uns die nächsten 3 Tage erwartet ist kaum noch in Worte zu fassen. Auf dem Weg in die sagenumwobene Serengeti besuchen wir eine Massai-Vorschule. Die Kinder freuen sich sehr uns zu zeigen was Sie schon alles gelernt haben. Dass Kinder heutzutage liebend gern auf den Handys der Erwachsenen hin und her wischen ist ja nichts neues, jedoch wie sehr sich diese Kinder über die von uns mitgebrachten Luftballons gefreut haben hat uns doch sehr berührt. Danach besuchen wir ein Massai-Dorf und auch die Massai begrüßen uns mit lautem Gesang und freuen sich uns zu zeigen wie sie leben und wie ihr Alltag aussieht.

Weiter auf unserem Weg in die Serengeti, dem berühmtesten Wildgebiet Afrikas, die nächsten Gänsehautmomente. Die Massen an wandernden Tierherden überwältigen uns, wir haben das Zählen der einzelnen Tiere längst aufgegeben. Plötzlich hat es unser Guide sehr eilig und macht einen Abstecher in eine ganz andere Richtung. Was er entdeckt hat raubt uns kurzzeitig den Atem und wir trauen unseren Augen kaum. Mitten in der wunderschönen Landschaft liegen zwei ausgewachsene männliche Löwen und erholen sich im Schatten. Aus nur etwa 5 Metern Entfernung können wir die Schönheit dieses faszinierenden Tieres genießen. Was er wohl denkt wenn er uns so anschaut?

Und dann kommen wir an in der Serengeti. “Endloses Land” bedeutet das Wort Serengeti bei den Massai. Passender könnte der Name nicht sein. An dieser endlosen Weite können wir uns kaum satt sehen. Wir übernachten mitten in der Wildnis Afrikas, im Zelt versteht sich. Aber ein schönes Zelt haben wir: mit richtigen Betten, Wasser und Strom. Und so sind wir tatsächlich mitten drin, zusammen mit den Tieren. Nachts sind die Löwen nicht zu überhören, die Büffel stapfen mitten durch unser Camp zwischen den Zelten hindurch und die Hyänen kichern so laut, dass man automatisch mitlachen muss.

Am nächsten Tag starten wir früh zur ganztägigen Pirschfahrt. Mit noch mehr Emotionen, Gänsehaut und Pippi in den Augen. Denn heute werden viele Träume erfüllt und jeder hat sein ganz persönliches Highlight. Kaum losgefahren versperrt uns schon der erste Elefant den Weg. Er scheint das Fotoshooting zu genießen und hat es nicht eilig weiter zu laufen. Aber ist er etwa ganz alleine unterwegs? Natürlich nicht. Unser Guide hat die Herde schon längst gesehen, also nichts wie weiter denn es sind auch süße Elefantenbabys dabei, die wir natürlich unbedingt auch so nah sehen wollen. Die einzelnen Tiere mal wieder unzählbar, wir genießen einfach nur den Moment. Das Erlebnis mit den Elefanten noch lange nicht verarbeitet stoßen wir schon wieder auf die nächsten Löwen. Insgesamt 5 Löwen ruhen sich unter einem schattigen Baum von ihrer nächtlichen Jagd aus und lassen sich von uns nicht stören. Hört dieses Kribbeln im Bauch heute überhaupt nochmal auf? Nein, denn es kommt noch besser ! Ganz so gut ist unser Swahili doch noch nicht, dass wir verstehen können worüber sich die Guides via Funk unterhalten, aber wir spüren, dass das nächste Highlight schon wieder unmittelbar bevor steht. Und da liegt er oben auf einem Felsen: ein Leopard. Leoparden sieht man selbst in der Serengeti nicht sehr häufig doch das Glück ist voll auf unserer Seite. Er sieht müde und erschöpft aus und wir verstehen auch sofort warum. Sein Frühstück hat er bereits “vorbereitet”: eine Antilope hängt neben ihm im Baum. Ja, so ist die Natur eben. Nun haben wir schon so viele Katzen gesehen, fehlt noch ein Gepard. Kein Problem, denn der ist als nächstes dran. Da sitzt er mitten in der Savanne und wir haben kurz Angst um eine Herde Warzenschweine, die sich gefährlich nahe an den Geparden heran trauen. Doch der Gepard scheint satt zu sein und lässt die Warzenschweine weiterziehen. Schwein gehabt.

Gegen Abend statten wir den Hippos noch einen Besuch ab und sind überglücklich noch einmal Zebras, Giraffen, Gnus, Elefanten, Antilopen und Büffel zu sehen die wie gemalt dem Sonnenuntergang entgegenlaufen.

Am nächsten Tag müssen wir schon wieder Abschied nehmen von der Serengeti, doch zum Trauern haben wir keine Zeit denn schon wieder wartet ein Highlight Tansania´s auf uns: der Ngorongoro-Krater. Der Vulkankrater ist das Gebiet mit der höchsten Raubtierdichte Afrikas. Als wir mitten in den Krater hineinfahren herrscht Stille in unserem Jeep. Uns hat es schon wieder die Sprache verschlagen, so fasziniert sind wir von dieser malerischen Landschaft. Die meisten Tiere kennen wir bereits, doch eines fehlt noch auf unserer Liste. Vor allem auf unserer “Big Five”-Liste: das Nashorn. Und da wir die ganze Reise schon so viel Glück hatten soll uns dieser Traum auch noch erfüllt werden und wir sehen sogar gleich 2 Nashörner.

Zu den Big Five gehören übrigens Löwe, Leopard, Nashorn, Büffel und Elefant.

Zum Abschluss springen wir nochmal in unsere Wanderstiefel und erkunden den Ngorongoro Nationalpark zu Fuß. Nach einem anstrengendem Aufstieg werden wir mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt. Als wir abends am Lagerfeuer sitzen und die letzten Tage Revue passieren lassen fließen bei vielen die Tränen, da wir einfach nicht begreifen können was wir in dieser kurzen Zeit erleben durften.

Asante sana Tanzania ! DANKE YOLO !

Christiane Räder