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Galapagos

Die Galapagos-Inseln sind der einzigartige Ort, an dem Tier und Mensch in Harmonie zusammen leben, ja an dem die Tiere und die Natur mehr Rechte und Schutz genießen, als der Mensch. Diese wundervollen Inseln durfte ich bereisen und so viel schon einmal vorweg: es war eine der schönsten und beeindruckendsten Reisen die ich je gemacht habe !

Doch zunächst einmal geht es am 14.03. mit KLM von Frankfurt über Amsterdam nach Quito, der auf 2800 m gelegenen Hauptstadt Ecuadors. Nach einem sehr angenehmen Flug mit  freundlichem Personal erreichen wir nach einem 12-stündigen Flug und einem beeindruckenden Landeanflug über die Anden unser Ziel Quito.

Am nächsten Morgen machen wir uns auf zu einer Stadterkundung mit Hotelbesichtigungen. Für anspruchsvolle Gäste empfehle ich das Swissotel Quito oder das Hilton Colón, wenn man eher etwas einfacheres, landestypisches sucht ist man im Hoteles Vieja Cuba gut aufgehoben. Verschiedene Themensuiten (z.B. Amazonas-Suite oder Kolonial-Suite) bietet das Anahi Boutique Hotel.

Die historischen Altstadt beeindruckt mit kolonialen Gebäuden, Kathedralen und Kirchen. Vom Hausberg “Panecillo” aus hat man einen tollen Blick auf die umliegenden Vulkane, die Anden und natürlich über ganz Quito.

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Am 16.03. starten wir nun endlich zum eigentlichen Abenteuer der Reise: unsere Kreuzfahrt durch das Galapagos Archipel.

97 Prozent der Landfläche der Galapagos-Inseln und 99 Prozent der sie umgebenden Gewässer – insgesamt ein Archipel von 7880 km2 und vergleichbar mit der Ägäis – sind Nationalpark und stehen unter strengem Naturschutz. Der Nationalpark liegt auf dem Äquator etwa 1000 Kilometer vor der Küste Ecuadors und besteht aus 13 größeren, 6 mittleren und über 100 kleinen und winzigen Inseln. Nur fünf sind von Menschen bewohnt. Die Tierwelt, Fauna und Flora über und unter Wasser sind einmalig. Seit den 70er Jahren ist es gelungen, auch dank des Tourismus, die Ursprünglichkeit, endemische Vielfalt und die Entwicklung der Arten umfassend zu schützen. Die Begegnung von Mensch und Tier ist auf den Galapagos-Inseln so unmittelbar und hautnah, wie an keinem anderen Ort auf der Welt. Seelöwen besetzen Parkbänke, Haie ziehen unter dem Schnorchler ihre Kreise, Pinguine spielen am Strand. Ein Leben, wie wir es nur aus dem Paradies kennen.

Von Quito aus fliegen wir via Guayaquil nach Baltra, von dort aus kurzer Transfer zum “Hafen”, besser gesagt zur Anlegestelle der Pangaboote (Panga=motorisiertes Schlauchboot), und mit dem Panga direkt zu unserem, hier auf Reede liegenden, Domizil für die nächsten 5 Nächte: die Santa Cruz II. Die Santa Cruz II ist eine der größten und luxuriösesten Galapagos-Kreuzfahrtschiffe. Die Yacht bietet 5 Decks mit 50 Kabinen(darunter 3 Darwin-Suiten) für maximal 90 Passagiere, 58 Crew-Mitglieder, 1 Restaurant, 1 Bar auf dem Sky-Deck, Sonnendeck, 2 Jacuzzis, Fitnessraum und eine Bibliothek.

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Nach Bezug unserer Kabine nehmen wir unser erstes Mittagessen (Buffet) an Bord ein und fahren ein Stückchen weiter zu unserem ersten Ausflugsziel:

Insel Nord Seymour:

Auf der flachen, eher kargen Insel angekommen wissen wir erst einmal gar nicht wo wir anfangen sollen zu schauen und zu fotografieren: bei den Seelöwen, die faul am Strand oder auf den Klippen “rumhängen”, den Landleguanen, den vielen Fregattvögeln oder doch bei den niedlichen, etwas tollpatschig wirkenden, Blaufußtölpeln? Bei unserer gemütlichen Rundwanderung entlang der Küste merken wir aber relativ schnell, dass wir uns mit dem Schauen und dem Fotografieren Zeit lassen können, denn die Tiere sind alles andere als scheu. Ganz im Gegenteil – sie kommen sehr nah an uns heran und posieren perfekt vor der Kamera. Als die Sonne so langsam im Meer versinkt machen wir uns auf den Rückweg mit unserem Panga zum Schiff. Während der Seenotrettungsübung an Deck sehen wir deutlich wie ein etwa 2 Meter langer Galapagos-Hai unser Schiff umrundet – sehr faszinierend ! Nach dem allabendlichen Briefing, welche Exkursionen uns am nächsten Tag erwarten, nehmen wir unser Abendessen ein (4-Gänge-Menü).

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17.03. Insel Isabela (Punta Vicente Roca)

Wir wachen aufgrund des Jetlags immer noch sehr früh auf, was allerdings unser Glück ist, denn so können wir auf dem Skydeck den Sonnenaufgang genießen. Unsere Mitreisenden wissen im Übrigen nicht was Ihnen entgeht, alle schlafen noch und wir sind ganz alleine an Deck. Nachdem wir uns nach dem Frühstück auf unserer Kabine für die Exkursion richten sehen wir nebenbei eine Schildkröte und einen Hammerhai vorbei schwimmen. Was für eine schöne Begrüßung ! Bei unserer Bootstour entlang der beeindruckenden Steilwände vulkanischen Ursprungs mit heftiger Brandung sehen wir Robben, Meeresechsen, flugunfähige Kormorane und Blaufußtölpel. Begleitet werden wir von einem sunfish, der von der Oberfläche aus wie ein Hai aussieht, und Schildkröten. Direkt vom Pangaboot aus gehen wir das erste Mal Schnorcheln und sehen einen Pinguin, der von einem Felsen aus direkt vor uns ins Wasser springt, viele Fische (u.a. ein Schwarm Kugelfische), schwimmende Kormorane und beobachten sehr lange eine Schildkröte, die uns auch sehr nahe kommt.

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Nach dem Mittagessen geht es an Land, und zwar auf Fernandina:

Fernandina ist die jüngste Insel des Galapagos-Archipels (700 000 Jahre) und landschaftlich wieder ganz anders: schwarze Lavafelsen, Mangroven und Kakteen. Wir werden direkt von hunderten Meeresechsen begrüßt, die faul und quer übereinander in der Sonne liegen und sich aufwärmen. Man muss schon aufpassen, dass man auf keinen drauftritt. Desweiteren sehen wir viele rote Krebse, Pelikane, eine kleine Schlange und zwischen den Mangroven eine Schildkröte und einen Adlerrochen. Als wir vom Ufer aus drei spielende junge Seelöwen beobachten ahnen wir nicht was gleich passieren wird. Die Kleinen wollen nicht nur mit Gleichgesinnten sondern auch gerne mit uns spielen! So springt einer der Seelöwen aus dem Wasser, stupst mich am Schienbein an und öffnet blitzschnell meine Schnürsenkel. In solchen Momenten fällt es einem besonders schwer, dass man die lieben Tiere nicht streicheln darf….Zurück an Bord werden wir nach dem Abendessen von der Crew auf das Skydeck zum Sternegucken eingeladen und sehen unter anderem das Kreuz des Südens, den Gürtel des Oreon und den Jupiter.

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18.03. Insel Isabela (Tagus Cove)

Wir machen eine kleine Wanderung inmitten schöner Vegetation und schattiger Bäume hinauf zum Kratersee Darwin Lake. Was für eine atemberaubende Aussicht ! Doch es gibt noch viel zu entdecken, deshalb müssen wir auch wieder nach unten. Immerhin wartet bereits ein Seelöwe auf uns. Zunächst machen wir noch einen Panga Ride entlang der Küste auf dem wir viele Pinguine und flugunfähige Kormorane sehen und direkt im Anschluss geht es wieder ins Wasser: auf unserem Schnorcheltrip entlang der Felsen sehen wir zunächst nur viele Fische und Seesterne bis plötzliche mehrere Pinguine um uns herumschwimmen und pfeilschnell durchs Wasser jagen. Kurz darauf beobachten wir auf einem Felsen einen faulen Seelöwen und nachdem wir ihn lange genug angebettelt haben doch auch zu uns ins Wasser zu kommen setzt er sich tatsächlich in Bewegung, springt zu uns ins Wasser um sich abzukühlen und eine kleine Runde um uns herum zu drehen. Wer keine Lust auf Schnorcheln hatte erkundete die Gegend mit dem Kayak.

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Zurück an Bord merken wir, dass unser Schiff während des Mittagessens langsamer wird und dreht, kurz darauf kommt auch schon die Durchsage: wir haben Delfine gesehen. Also schnell alles stehen und liegen lassen, Kamera schnappen und hoch an Deck. Wow, da kommen doch tatsächlich ca. 60-70 Delfine direkt auf uns zugeschwommen und springen fröhlich direkt vor unserem Schiff. Absolut beeindruckend !

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Nachmittags fahren wir zur Urbina Bay am Fuße des Alcedo Vulkans an der Westküste Isabela und gehen dort vom Strand aus Schnorcheln. Die Strömung ist hier relativ stark, sodass man bei den Felsen aufpassen muss und ich unter Wasser fast mit einer großen Meeresschildkröte zusammengestoßen wäre. Nach dem Schnorcheln kleiner Rundgang an Land vom Strand aus, bei welchem wir große Landleguane und Galapagosschildkröten antreffen konnten. Zurück an Bord werden wir von der Crew bei einem Sundowner an Deck mit Sangria und Grillspießen überrascht.

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19.03. Tagesausflug Santa Cruz

Vor Puerto Ayora legen wir, zusammen mit mehreren anderen Schiffen, an. Die erste “Zivilisation” seit Tagen, irgendwie seltsam. Puerto Ayora bietet Hotels, Restaurants, Bars, Läden etc. und wir sehen auch viele junge Leute und Surfer. Als erstes machen wir eine kurze Fahrradtour zu einer Zuckerrohrfarm mit anschließender Führung. Danach Weiterfahrt mit dem Bus ins Hochland vorbei an Zuckerrohr-, Kaffee- und Obstplantagen und Kuhweiden zum Schildkrötenreservat “El Chato”. Im Reservat können wir einige Riesenschildkröten bestaunen. Nach dem Mittagessen fahren wir zurück Richtung Puerto Ayora und machen einen langen Spaziergang (ca.40 Minuten) zum Strand Tortuga Beach, der absolut lohnenswert ist: wir erreichen einen absoluten Traumstrand mit weißem Puderzuckersand. Leider dürfen wir uns noch nicht gleich in die Fluten stürzen, da der erste Strand nur zum Surfen und aufgrund der starken Strömung nicht zum Baden geeignet ist. Also laufen wir weiter am Strand entlang vorbei an Meeresechsen und Pelikanen zu einem geschützteren Strand in einer Bucht. Traumhaft schön und erst einmal abkühlen! Dann Kayakfahrt entlang der Mangroven. Wer keine Lust auf Strand hatte war Shoppen in Puerto Ayora.

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20.03. Insel Floreana (Post Office Bay)

In der Post Office Bucht wird seit dem 18.Jahrhundert ein hölzernes Fass als inoffizieller Briefkasten verwendet. Walfänger hinterließen hier ihre Briefe und hofften, dass ein Seemann sie mitnimmt und ausliefert. So wird es bis heute gehandhabt und wir lassen unsere Postkarten da und einige nehmen Postkarten in ihr Land/ihre Stadt mit um sie beim Empfänger abzugeben.

Beim anschließenden Panga Ride entlang der Buchten beobachten wir spielende Seelöwen und später beim Schnorcheln sehen wir endlich Riffhaie, die unter uns durchschwimmen. Das absolute Schnorchel-Highlight erwartet uns allerdings später: wir schnorcheln umringt von vielen Seelöwen, die mit uns spielen wollen und bis auf 10cm an uns heran kommen. Wir genießen es in vollen Zügen und es entstehen wunderschöne Unterwasser-Videos. Ein absoluter Traum !

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Am Nachmittag entdecken wir den schwarzen Strand Punta Cormorant auf Floreana, von wo aus wir vorbei an einer Salzwasserlagune mit Flamingos zu einem wunderschönen Strand gehen um die kleinen Meeresschildkröten zu beobachten, die ihre erste Wanderung ins Meer antreten. Ein heftiger, tropischer Schauer trübt die Stimmung nicht und eine der kleinen Schildkröten schafft es sogar zunächst mal bis in die Fluten ohne von einem Fregattvogel geschnappt zu werden…

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21.03. Flug nach Guayaquil

Nun heißt es leider schon Abschied nehmen von der Santa Cruz II und von Galapagos. Wie fliegen nach Guayaquil und sind erst einmal geschockt von einer solchen Großstadt(größte Stadt Ecuadors)nach der herrlichen Ruhe auf Galapagos. Am nächsten Tag haben wir noch Zeit die Stadt zu erkunden bevor wir zurück nach Hause fliegen. Ein Spaziergang entlang des Malecón und ein Aufstieg durch das Viertel Las Peñas zum Leuchtturm auf dem Berg Santa Ana mit einem schönen Ausblick runden die Reise ab.

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Es ist schwer in Worte zu fassen was man auf Galapagos alles erlebt, man muss es einfach selbst gesehen haben !

 

Für Fragen rund um Galapagos stehe ich gerne zur Verfügung !

 

Christiane Räder